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Tracking und Tracing im Lager – Echtzeit-Datenüberprüfung mit digitalem System

Sendungsverfolgung: Tracking und Tracing und wo die Statuskette im Lager reißt

Was Tracking und Tracing unterscheidet, welche Statusereignisse eine Sendung braucht, warum die meisten Lücken schon im Lager entstehen und welche Kennzahlen zeigen, ob die Sendungsverfolgung trägt.
Inhaltsverzeichnis

Sendungsverfolgung wirkt wie ein Thema für Paketdienste und Transportsoftware. Die Daten, auf denen sie beruht, entstehen aber zu einem großen Teil im Lager: beim Wareneingang, beim Verpacken, beim Etikettieren und an der Rampe. Fehlt dort ein Scan oder hängt ein Etikett an der falschen Palette, zeigt das beste Portal einen falschen oder gar keinen Status. Wer die Sendungsverfolgung verbessern will, fängt deshalb oft nicht bei der Software an, sondern bei den Scanpunkten im eigenen Betrieb.

Tracking und Tracing: zwei Fragen an dieselben Daten

Tracking beantwortet die Frage, wo eine Sendung gerade ist und in welchem Zustand. Tracing beantwortet im Nachhinein, welchen Weg sie genommen hat, wer sie wann übernommen hat und was mit ihr passiert ist. Beides greift auf dieselben Statusereignisse zu. Tracking braucht sie schnell, Tracing braucht sie vollständig.

Tracing ist in manchen Branchen Pflicht. Für Lebensmittel verlangt Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002, dass jedes Unternehmen feststellen kann, von wem es eine Ware erhalten und an welche Unternehmen es sie geliefert hat. Wie das im Kühllager mit Chargen umgesetzt wird, beschreibt der Beitrag zur Lagerlogistik für Molkereiprodukte.

Die Statuskette einer Sendung

Eine Sendung ist nur so gut verfolgbar wie die Ereignisse, die zu ihr erfasst werden. Eine typische Kette sieht so aus:

Ereignis wo es entsteht womit es erfasst wird
Auftrag angelegt, Sendungsdaten übermittelt Versender, System Datenübertragung an den Transporteur, oft per EDI
kommissioniert und verpackt Lager Scan von Artikel und Packstück im Lagerverwaltungssystem
Packstück oder Palette gekennzeichnet Lager Versandetikett, bei Paletten häufig mit SSCC
verladen Rampe Verladescan je Packstück oder Palette
übernommen, umgeschlagen, zugestellt Transporteur, Umschlagpunkte, Empfänger Scans im Netz des Transporteurs, Zustellnachweis

Die ersten vier Ereignisse liegen beim Versender oder seinem Lager. Wenn hier eine Palette ohne Verladescan auf den Lkw geht, hat der Transporteur keine Möglichkeit mehr, den Fehler zu erkennen. Der Kunde sieht dann „Sendungsdaten übermittelt“ und sonst nichts, obwohl die Ware längst unterwegs ist.

Wie Ident, Etikett und Datensatz zusammenhängen

Verfolgung funktioniert nur, wenn das physische Packstück eindeutig mit einem Datensatz verbunden ist. Dafür braucht es eine Kennung auf dem Packstück, die überall gelesen werden kann. Für Paletten und Versandeinheiten ist das im Handel häufig der SSCC, eine 18-stellige Nummer nach GS1-Standard, die auf dem Etikett als Barcode steht. Welche Etiketten der Handel verlangt und woran Etiketten in der Praxis scheitern, beschreibt der Beitrag zu Verpackungsvorschriften im Lager.

Die Daten zur Kennung reisen getrennt: Der Versender schickt dem Empfänger oder Transporteur einen Datensatz mit Inhalt, Menge und Kennungen, oft als elektronisches Lieferavis. Wie diese Übertragung technisch läuft, steht im Beitrag zum elektronischen Datenaustausch in der Logistik. Stimmen Etikett und Datensatz nicht überein, weil eine Palette nach dem Etikettieren umgepackt wurde, entsteht ein Fehler, den erst der Empfänger im Wareneingang bemerkt.

Wo die Statuskette im Lager reißt

Die häufigsten Lücken haben mit Abläufen zu tun, nicht mit Technik:

  • Nacharbeit nach dem Etikettieren: Palette wird umgepackt oder aufgeteilt, das alte Etikett bleibt oder wird doppelt vergeben.
  • Verladen ohne Scan: unter Zeitdruck wird der letzte Lkw nach Sicht beladen, der Scan wird später oder gar nicht nachgeholt.
  • Handetiketten: bei Sonderfällen wird ein Etikett von Hand beschriftet, das kein Scanner lesen kann.
  • Schnittstellenverzug: der Status wird gesammelt einmal am Tag übertragen, der Kunde sieht ihn erst am nächsten Morgen.

Die Gegenmaßnahmen sind entsprechend einfach und organisatorisch: ein Scan als Pflichtschritt vor dem Verlassen jeder Zone, eine Regel, dass umgepackte Ware neu etikettiert und im System neu verknüpft wird, und eine Übertragung der Statusmeldungen zeitnah statt im Tagesstapel.

Technik: was sie leistet und was nicht

Barcode und Scanner sind die Grundlage und in fast jedem Lager vorhanden. RFID kann Paletten beim Durchfahren eines Tores ohne Sichtkontakt erfassen, wenn Tags, Lesegeräte und Umgebung aufeinander abgestimmt sind. Metall und Flüssigkeiten stören die Lesung, deshalb braucht jeder RFID-Einsatz einen Test unter realen Bedingungen. GPS-Tracker am Fahrzeug oder an hochwertigen Ladungen zeigen den Standort unterwegs, aber nicht, welche Packstücke tatsächlich geladen sind.

Die Grenze ist bei allen dieselbe: Technik erfasst, was gekennzeichnet und verknüpft ist. Ein Packstück ohne gültiges Etikett oder mit falscher Verknüpfung erkennt sie nicht besser als ein Mensch.

Datenschutz und Mitbestimmung

Sobald Standortdaten von Fahrzeugen oder Scans einzelnen Beschäftigten zugeordnet werden können, sind es personenbezogene Daten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung. Zweck, Rechtsgrundlage, Speicherdauer und Zugriff müssen festgelegt sein. Gibt es einen Betriebsrat, hat er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen. Scanner, die Leistung je Person erfassen, fallen darunter. Die Einführung wird deshalb früh mit Datenschutz und Betriebsrat abgestimmt, nicht nach dem Rollout.

Kennzahlen: woran du erkennst, ob die Verfolgung trägt

Kennzahl Berechnung was sie zeigt
Scanvollständigkeit Anteil der Sendungen mit allen Pflichtereignissen bis zur Verladung ob die Scanpunkte im Lager eingehalten werden
Statusverzug Zeit zwischen physischem Ereignis und Sichtbarkeit im System ob Schnittstellen zeitnah übertragen
Etikettenfehler Beanstandungen wegen unlesbarer, doppelter oder fehlender Kennung je 1.000 Packstücke Qualität von Etikettierung und Nacharbeit
Anfragen zum Sendungsstatus Kundenanfragen „Wo ist meine Sendung“ je 1.000 Sendungen wie gut die Verfolgung aus Kundensicht funktioniert

Die letzte Kennzahl ist die ehrlichste. Wenn Kunden trotz Portal anrufen, fehlt entweder ein Status oder er ist nicht verständlich.

Wir sind Allcox

Allcox arbeitet nach eigener Angabe seit 2002 in der operativen Logistik und übernimmt auf deiner Fläche Bereiche wie Pick und Pack, Etikettierung und Be- und Entladung im Werkvertrag. Genau dort entstehen die Statusereignisse, von denen die Sendungsverfolgung lebt. Wenn bei dir Scans an der Rampe fehlen oder Etiketten nachgearbeitet werden müssen, schauen wir uns den Ablauf gemeinsam an.

FAQ: Sendungsverfolgung

Was ist der Unterschied zwischen Tracking und Tracing?

Tracking zeigt den aktuellen Standort und Status einer Sendung. Tracing rekonstruiert im Nachhinein den Weg und die Übergaben. Beides nutzt dieselben Statusereignisse.

Welche Rolle spielt das Lager in der Sendungsverfolgung?

Eine große. Kommissionier-, Verpackungs-, Etikettier- und Verladescans entstehen im Lager. Fehlt dort ein Ereignis, kann der Transporteur die Lücke später nicht mehr schließen.

Was ist ein SSCC?

Der Serial Shipping Container Code ist eine 18-stellige Nummer nach GS1-Standard, mit der eine Versandeinheit wie eine Palette eindeutig gekennzeichnet wird. Er steht als Barcode auf dem Etikett und im elektronischen Lieferavis.

Ist Sendungsverfolgung gesetzlich vorgeschrieben?

Nicht allgemein. In einzelnen Bereichen gibt es Pflichten zur Rückverfolgbarkeit, bei Lebensmitteln etwa nach Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002. Werden Daten Beschäftigten zugeordnet, gelten Datenschutzrecht und gegebenenfalls die Mitbestimmung des Betriebsrats.

Löst RFID die Probleme mit fehlenden Scans?

Nur teilweise. RFID erfasst gekennzeichnete Einheiten automatisch, wenn Technik und Umgebung passen. Fehler bei Kennzeichnung und Verknüpfung, etwa nach dem Umpacken, löst es nicht.

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