Mehrweg-Leergut kommt selten so zurück, wie es rausgegangen ist. Im Rücklauf vom Handel stecken fremde Kästen, Flaschen anderer Abfüller im eigenen Kasten, unvollständige Kästen, Bruch und Ladungsträger in unterschiedlichem Zustand. Leergutsortierung heißt, aus diesem Gemisch wieder sortenreine, vollständige Einheiten zu machen, die zurück in die Abfüllung oder an den Tauschpartner gehen können.
Ob das an einer Anlage, von Hand oder in einer Kombination läuft: Entscheidend ist, dass der Rücklauf nicht schneller wächst, als sortiert wird. Sonst fehlt der Abfüllung leeres Gebinde, während der Hof voll mit unsortierten Kästen steht.
Was im Rücklauf ankommt
- Eigene Kästen mit eigenen Flaschen: der Idealfall, oft trotzdem unvollständig oder mit Bruch.
- Eigene Kästen mit Fremdflaschen: Flaschen anderer Abfüller oder anderer Form, die aussortiert werden müssen.
- Fremdkästen: Kästen anderer Abfüller, die gesammelt und getauscht oder zurückgegeben werden.
- Bruch und Verunreinigung: beschädigte Kästen und Flaschen, Fremdkörper, Reste.
- Ladungsträger: Paletten in unterschiedlichem Zustand, die geprüft und getrennt werden.
Wie hoch die Anteile sind, hängt von Sortiment, Flaschenform und Handelskunden ab. Wer Individualflaschen im Sortiment hat, sortiert mehr als ein Abfüller mit Poolflaschen.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Annahme und Zählung: Rücklauf je Lieferung erfassen, damit Leergutkonten mit Handel und Logistikpartnern stimmen.
- Vorsortierung nach Kasten: eigene Kästen, Fremdkästen und Bruch trennen, bevor Flaschen angefasst werden.
- Flaschen sortieren: Fremdflaschen aus eigenen Kästen nehmen, Kästen mit passenden Flaschen auffüllen.
- Prüfen: beschädigte Flaschen und Kästen, Verunreinigungen und falsche Bestückung aussteuern.
- Palettieren: sortenreine, vollständige Kästen auf Ladungsträger stapeln und kennzeichnen.
- Bereitstellen und Rückführen: sortiertes Leergut an die Abfüllung geben, Fremdgut für Tausch oder Rückgabe sammeln, Bruch entsorgen.
Der kritische Punkt ist Schritt 2. Wird der Rücklauf ungetrennt auf eine Anlage oder an einen Handsortierplatz gegeben, bremsen Fremdkästen und Bruch den ganzen Durchsatz.
Anlage, Handsortierung oder beides
Eine Sortieranlage lohnt sich bei großen, gleichmäßigen Mengen mit wenigen Flaschenformen. Sie arbeitet schnell, braucht aber einen vorsortierten Zulauf und fällt bei Störungen ganz aus. Handsortierung ist langsamer, kommt aber mit gemischten Kästen, Individualflaschen und Sonderfällen zurecht und lässt sich in Spitzen mit mehr Personal ausbauen.
In vielen Betrieben läuft beides: Die Anlage sortiert den Hauptstrom, ein Handsortierplatz übernimmt Vorsortierung, Fremdgut und alles, was die Anlage ausschleust. Wird dieser Platz nur nebenbei besetzt, wird er zum Engpass, auch wenn die Anlage frei ist.
Kennzahlen für die Leergutsortierung
- Sortierte Kästen je Stunde: getrennt nach Anlage und Handsortierung gemessen.
- Fremd- und Bruchanteil: Anteil der Kästen oder Flaschen, die ausgesteuert werden, je Handelskunde ausgewertet.
- Reichweite des sortierten Leerguts: wie lange der sortierte Bestand die Abfüllung versorgt.
- Unsortierter Bestand: Menge auf dem Hof oder im Lager, die noch auf Sortierung wartet. Steigt sie über Wochen, reicht die Kapazität nicht.
- Anlagenverfügbarkeit: Anteil der geplanten Zeit, in der die Anlage tatsächlich sortiert.
Feste Zielwerte gibt es dafür nicht. Sie hängen von Sortiment, Saison und Anlage ab und werden am eigenen Ausgangswert gemessen. Wie Kennzahlen mit klarer Messregel aufgesetzt werden, beschreibt der Beitrag zu KPIs in der Logistik.
Spitzen im Rücklauf
Der Rücklauf folgt dem Absatz mit Verzögerung. Nach warmen Wochen, Feiertagen und Aktionen kommt viel Leergut auf einmal zurück, während die Abfüllung gleichzeitig volle Produktion fährt. Wer die Sortierkapazität nur am Durchschnitt plant, baut in diesen Wochen einen Rückstau auf, der sich erst Wochen später abbaut. Hilfreich sind eine Vorschau auf die erwarteten Rückläufe aus dem Absatz der Vorwochen und ein Plan, wie die Handsortierung in Spitzen verstärkt wird. Wie Anlieferungen an der Rampe ohne Wartezeiten organisiert werden, zeigt der Beitrag zur Be- und Entladung von Lkw und Containern.
Modellfall: Mineralbrunnen mit Rückstau im Sommer
Modellfall (typischer Verlauf, kein Kundenprojekt): Ein Mineralbrunnen füllt in Poolflaschen und in eine eigene Glasflasche ab. Eine Sortieranlage übernimmt den Hauptstrom, die Vorsortierung und das Fremdgut erledigen Beschäftigte aus der Abfüllung, wenn dort Zeit ist. In jedem Sommer wächst der unsortierte Bestand auf dem Hof, gleichzeitig fehlen der Abfüllung leere Kästen der eigenen Flasche. Der Brunnen trennt die Vorsortierung als eigenen Bereich ab, mit festen Schichten, einer klaren Liste, was ausgesteuert wird, und einer täglichen Meldung des unsortierten Bestands. Gemessen werden Kästen je Stunde an Anlage und Handplatz, Fremdanteil je Handelskunde und Reichweite des sortierten Leerguts. Das Warnsignal: Die Anlage steht, weil kein vorsortierter Zulauf da ist, obwohl der Hof voll ist.
Ähnliche Kreisläufe mit Rücknahme und Prüfung gibt es auch außerhalb der Getränkebranche, etwa bei Altteilen und Pfandsystemen im Ersatzteilgeschäft. Der Beitrag zu Altteilen, Retouren und Pfandkreisläufen beschreibt sie. Für Molkereien mit Leergutrücklauf vom Handel gilt dasselbe wie im Beitrag zum Werkvertrag in der Milchwirtschaft.
Prüfen wir, ob sich deine Sortierung abgrenzen lässt
Allcox arbeitet nach eigener Angabe seit 2002 in der operativen Logistik. Im Werkvertrag übernehmen wir auf deiner Fläche abgegrenzte Bereiche mit eigener Teamleitung und eigener operativer Steuerung, etwa Warenkontrolle oder Be- und Entladung.
Ob sich Vorsortierung, Handsortierung oder der Leergutplatz bei dir als eigener Bereich mit messbarem Ergebnis beschreiben lassen, klären wir am Ablauf vor Ort.
Leergutbereich gemeinsam durchgehen
Oder direkt: info@allcox.com · +49 40 253 06 225
Häufige Fragen zur Leergutsortierung
Was versteht man unter Leergutsortierung?
Das Trennen von zurückgekommenem Mehrweg-Leergut in sortenreine, vollständige Einheiten: eigene Kästen mit eigenen Flaschen, Fremdkästen und Fremdflaschen für Tausch oder Rückgabe, Bruch zur Entsorgung.
Lohnt sich eine Sortieranlage oder reicht Handsortierung?
Eine Anlage lohnt sich bei großen, gleichmäßigen Mengen mit wenigen Flaschenformen. Handsortierung kommt mit gemischten Kästen und Individualflaschen besser zurecht. In vielen Betrieben laufen beide nebeneinander.
Welche Kennzahlen zeigen, ob die Sortierung reicht?
Sortierte Kästen je Stunde, Fremd- und Bruchanteil, die Reichweite des sortierten Leerguts und vor allem der unsortierte Bestand. Steigt er über Wochen, reicht die Kapazität nicht.
Warum staut sich Leergut im Sommer?
Der Rücklauf folgt dem Absatz mit Verzögerung. Nach warmen Wochen, Feiertagen und Aktionen kommt viel Leergut auf einmal zurück, während die Abfüllung voll produziert. Wer die Sortierung nur am Durchschnitt plant, baut dann Rückstau auf.


