ISO 45001:2018 Zertifizierung Allcox Arbeitssicherheit
ISO 9001:2015 Zertifizierung Allcox Qualitätsmanagement
Lagerarbeiter verwendet LVS für effiziente Bestandskontrolle und Auftragsabwicklung im Warenlager

Lagerverwaltungssystem (LVS): Aufgaben, Abgrenzung und Einführung

Was ein Lagerverwaltungssystem ist, wie es sich von ERP und Materialflussrechner abgrenzt, welche Aufgaben es übernimmt, was es für die Inventur bedeutet und woran Einführungen scheitern.
Inhaltsverzeichnis

Ein Lagerverwaltungssystem, kurz LVS, ist die Software, die Bestände, Lagerplätze und Warenbewegungen eines Lagers führt. Es weiß, welcher Artikel in welcher Menge auf welchem Platz liegt, erzeugt Aufträge für Einlagerung, Umlagerung und Kommissionierung und bucht jede Bewegung. International heißt es meist Warehouse Management System, kurz WMS. Ein LVS ist nur so gut wie die Disziplin, mit der Bewegungen tatsächlich gebucht werden.

Abgrenzung zu verwandten Systemen

  • Warenwirtschaftssystem oder ERP: kennt Bestände je Artikel und Lager, aber meist nicht je Lagerplatz. Es führt Einkauf, Verkauf und Rechnungswesen.
  • Lagerverwaltungssystem: führt Bestände je Platz und steuert die Arbeit im Lager.
  • Materialflussrechner: setzt in automatisierten Anlagen Transportaufträge in Bewegungen von Fördertechnik um. Wie die Ebenen zusammenspielen, beschreibt der Beitrag zur Materialflusssteuerung.

Kernaufgaben eines LVS

  1. Stammdaten: Artikel, Lagerplätze, Ladeeinheiten, Gewichte und Abmessungen.
  2. Wareneingang: Buchung gegen Bestellung, Zuweisung eines Lagerplatzes.
  3. Bestandsführung je Platz: inklusive Charge, Mindesthaltbarkeit oder Seriennummer, wo nötig.
  4. Auftragsfreigabe und Kommissionierung: Bildung von Pickaufträgen, Wegoptimierung, Bestätigung per Scan.
  5. Nachschub: Auffüllen von Kommissionierplätzen aus der Reserve.
  6. Warenausgang: Packstücke, Versandpapiere, Verladung nach Tour.
  7. Inventur: Zählaufträge und Abgleich mit dem Buchbestand.

Wie Wareneingang und Warenausgang mit Prüfpunkten organisiert werden, zeigt der Beitrag zu Wareneingang und Warenausgang.

LVS und Inventur

Ein LVS mit sauberer Bestandsführung kann die Inventur erleichtern. Nach § 241 Abs. 2 HGB bedarf es für das Inventar zum Geschäftsjahresende keiner körperlichen Bestandsaufnahme zu diesem Zeitpunkt, soweit ein anderes Verfahren nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung sichert, dass der Bestand nach Art, Menge und Wert festgestellt werden kann. Ein solches Verfahren ist etwa die permanente Inventur, bei der über das Jahr verteilt gezählt wird. Ob ein Verfahren im eigenen Betrieb zulässig ist, klären Steuerberatung und Abschlussprüfung. Wie eine Inventur als eigener Auftrag organisiert werden kann, beschreibt der Beitrag zur Inventur als Werkvertrag.

Woran die Einführung scheitert

  • Schlechte Stammdaten: falsche Abmessungen oder Gewichte führen zu Platzvorschlägen, die nicht passen.
  • Buchung nach der Bewegung: Ware wird bewegt und später gebucht, der Bestand je Platz stimmt nicht mehr.
  • Abläufe nicht angepasst: Das alte Vorgehen wird im neuen System nachgebaut, statt Abläufe zu klären.
  • Zu wenig Schulung: Beschäftigte umgehen das System, weil sie es nicht verstehen oder es sie bremst.
  • Kein Verantwortlicher: Nach dem Start pflegt niemand Plätze, Regeln und Berechtigungen.

Kennzahlen, die ein LVS liefert

  • Bestandsgenauigkeit je Platz: Abweichungen zwischen System und Zählung.
  • Pickgenauigkeit: fehlerfreie Positionen je kommissionierte Positionen.
  • Durchlaufzeit Wareneingang: von der Ankunft bis zur Verfügbarkeit.
  • Platzauslastung: belegte Plätze je Lagerbereich.
  • Leistung je Stunde: nach Bereich und Tätigkeit.

Wie Kennzahlen mit fester Messregel aufgesetzt werden, beschreibt der Beitrag zu KPIs in der Logistik.

Modellfall: Einführung mit Altlasten

Modellfall (typischer Verlauf, kein Kundenprojekt): Ein Ersatzteilhändler stellt von Warenwirtschaft mit Lagerortfeld auf ein LVS mit Bestandsführung je Platz um. Zum Start werden die Lagerplätze aus Listen übernommen, die seit Jahren niemand geprüft hat. In den ersten Wochen schickt das System Kommissionierer an Plätze, auf denen andere Artikel liegen, und das Team kehrt zu Papierlisten zurück. Der Händler stoppt, zählt alle Plätze einmal vollständig, pflegt Abmessungen der Schnelldreher nach und führt die Regel ein, dass jede Bewegung beim Abstellen gescannt wird. Gemessen werden Bestandsgenauigkeit je Platz, Pickgenauigkeit und Anteil der Aufträge, die ohne Rückfrage durchlaufen. Das Warnsignal: Papierlisten, die neben dem Scanner wieder auftauchen.

Verwandte Begriffe

  • Warehouse Management System: englische Bezeichnung für LVS.
  • Permanente Inventur: Zählung über das Jahr verteilt statt an einem Stichtag.
  • Slotting: Platzvergabe nach Zugriff, beschrieben im Beitrag zum Slotting mit ABC-XYZ-Analyse.
  • Stammdaten: Grunddaten zu Artikeln und Plätzen, auf denen jede Steuerung aufbaut.

Prüfen wir, wie dein Lager geführt wird

Allcox arbeitet nach eigener Angabe seit 2002 in der operativen Logistik. Im Werkvertrag übernehmen wir auf deiner Fläche abgegrenzte Bereiche wie Lagerbewirtschaftung oder Kommissionierung, mit eigener Teamleitung und eigener operativer Steuerung, auf deinem System.

Welcher Bereich sich mit klaren Buchungsregeln als eigener Bereich betreiben lässt, klären wir am Ablauf vor Ort.

Lager gemeinsam durchgehen

Oder direkt: info@allcox.com · +49 40 253 06 225

Häufige Fragen zum Lagerverwaltungssystem

Was ist ein Lagerverwaltungssystem?

Die Software, die Bestände, Lagerplätze und Warenbewegungen eines Lagers führt, Aufträge für Einlagerung, Umlagerung und Kommissionierung erzeugt und jede Bewegung bucht. International heißt es Warehouse Management System.

Was ist der Unterschied zwischen LVS und ERP?

Ein ERP- oder Warenwirtschaftssystem kennt Bestände meist nur je Artikel und Lager und führt Einkauf, Verkauf und Rechnungswesen. Ein LVS führt Bestände je Lagerplatz und steuert die Arbeit im Lager.

Ersetzt ein LVS die Inventur?

Nicht automatisch. Nach § 241 Abs. 2 HGB kann auf eine körperliche Bestandsaufnahme zum Stichtag verzichtet werden, wenn ein anderes Verfahren nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung den Bestand sichert, etwa eine permanente Inventur. Die Zulässigkeit im Einzelfall klären Steuerberatung und Abschlussprüfung.

Woran scheitern LVS-Einführungen am häufigsten?

An schlechten Stammdaten, an Buchungen nach der Bewegung statt mit der Bewegung, an nicht angepassten Abläufen, zu wenig Schulung und fehlender Verantwortung nach dem Start.

Weitere Themen für dich

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner