ISO 45001:2018 Zertifizierung Allcox Arbeitssicherheit
ISO 9001:2015 Zertifizierung Allcox Qualitätsmanagement
Lagermitarbeiterin mit Kopfhörern vor einem Bildschirm, nutzt Pick-by-Voice-Technologie in einem Logistikzentrum.

Pick-by-Voice: Funktionsweise, Vergleich und Einführung

Wie Pick-by-Voice mit Headset und Prüfziffer funktioniert, wie es sich von Papier, Scanner und Pick-by-Light unterscheidet, wann es sich lohnt und was bei der Einführung zu klären ist.
Inhaltsverzeichnis

Pick-by-Voice ist ein Kommissionierverfahren, bei dem Beschäftigte ihre Anweisungen per Sprache über ein Headset bekommen und per Sprache bestätigen. Das System sagt den Lagerplatz an, die Person liest zur Bestätigung eine Prüfziffer am Platz vor, bekommt die Menge genannt und bestätigt die Entnahme. Hände und Augen bleiben frei für die Ware, Papierlisten und Bildschirme fallen weg.

Wie ein Pick-by-Voice-Dialog abläuft

  1. Auftrag anmelden: Das System teilt einen Auftrag oder einen Behälter zu.
  2. Platz ansagen: „Gang 12, Platz 34“.
  3. Prüfziffer nennen: Die Person liest die am Platz angebrachte Prüfziffer vor. Stimmt sie, ist der richtige Platz bestätigt.
  4. Menge ansagen und bestätigen: „Drei Stück“, die Person entnimmt und bestätigt die Menge.
  5. Nächster Platz: Das System führt in der geplanten Reihenfolge weiter.
  6. Abschluss: Behälter abstellen, Auftrag schließen, Fehlmengen melden.

Der Schutz gegen Fehlgriffe liegt in Schritt 3. Ohne Prüfziffer bestätigt die Person nur, dass sie irgendwo gegriffen hat.

Vergleich mit anderen Verfahren

  • Pick-by-Paper: Pickliste auf Papier, günstig, aber ohne laufende Bestätigung und mit Nacharbeit bei Fehlern.
  • Pick-by-Scan: mobiles Gerät mit Scanner, bestätigt Platz und Artikel per Barcode. Sicher bei der Artikelprüfung, bindet aber eine Hand.
  • Pick-by-Light: Leuchtanzeigen am Fach zeigen Platz und Menge. Sehr schnell bei vielen Zugriffen auf wenig Fläche, aber teuer in der Installation und wenig flexibel bei Umstellungen.
  • Pick-by-Voice: beide Hände frei, gut bei schwerer oder sperriger Ware und in Kühlbereichen mit Handschuhen. Prüft den Platz, aber nicht automatisch den Artikel, wenn auf einem Platz mehrere Artikel liegen.

Wie Etiketten und Kontrollscans in den Ablauf gehören, beschreibt der Beitrag zu Kommissionierung und Etikettierung.

Wann sich Pick-by-Voice lohnt

  • Schwere oder sperrige Ware: Getränke, Lebensmittel in Kartons, Baustoffe.
  • Kühl- und Tiefkühlbereiche: Bedienung mit Handschuhen ist mit Scanner oder Bildschirm mühsam.
  • Klare Platzordnung: ein Artikel je Platz, gut lesbare Prüfziffern.
  • Viele Positionen je Auftrag: der Dialog spart dann am meisten Blickwechsel.

Weniger geeignet ist das Verfahren, wenn viele ähnliche Artikel auf einem Platz liegen oder Seriennummern erfasst werden müssen. Dann ist ein Scan meist zusätzlich nötig.

Einführung: worauf es ankommt

  • Platzordnung zuerst: Prüfziffern an jedem Platz, ein Artikel je Platz, sauberes Slotting. Wie Plätze vergeben werden, zeigt der Beitrag zum Slotting mit ABC-XYZ-Analyse.
  • Sprachprofile und Sprachen: Das System muss die Beschäftigten verstehen, auch bei Akzenten und Lärm. Mehrsprachige Teams brauchen passende Sprachpakete.
  • Anbindung an das Lagerverwaltungssystem: Aufträge, Plätze und Bestände kommen aus dem Lagerverwaltungssystem, Bestätigungen gehen zurück.
  • Mitbestimmung: Sprachsysteme erfassen Zeiten und Leistung je Person. Die Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen, unterliegt nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG der Mitbestimmung des Betriebsrats, soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht. Das gehört früh in die Planung.

Kennzahlen

  • Pickgenauigkeit: fehlerfreie Positionen je kommissionierte Positionen.
  • Picks je Stunde: nach Zone und Auftragsart getrennt.
  • Anteil Fehlmengen: Plätze, an denen die angesagte Menge nicht vorhanden war.
  • Erkennungsfehler: wie oft das System eine Eingabe nicht versteht und nachfragt.

Wie Kennzahlen mit fester Messregel aufgesetzt werden, beschreibt der Beitrag zu KPIs in der Logistik.

Modellfall: Tiefkühllager mit Handschuhen

Modellfall (typischer Verlauf, kein Kundenprojekt): Ein Tiefkühlgroßhändler kommissioniert Kartons für die Gastronomie mit Handscannern. In Handschuhen ist das Scannen langsam, Geräte fallen herunter, und bei Kälte entladen sich die Akkus schnell. Der Händler testet Pick-by-Voice in einer Zone, bringt vorher an jedem Platz Prüfziffern an, legt fest, dass auf jedem Platz nur ein Artikel liegt, und stimmt die Auswertung der Leistungsdaten mit dem Betriebsrat ab. Gemessen werden Pickgenauigkeit, Picks je Stunde und Erkennungsfehler in der Testzone gegen die übrigen Zonen. Das Warnsignal: Beschäftigte, die Prüfziffern auswendig sprechen, ohne auf den Platz zu schauen.

Verwandte Begriffe

  • Prüfziffer: kurze Zahl am Lagerplatz, die zur Platzbestätigung vorgelesen wird.
  • Pick-by-Scan, Pick-by-Light: andere beleglose Kommissionierverfahren.
  • Batch-Kommissionierung: gemeinsame Entnahme für mehrere Aufträge, beschrieben im Beitrag zur Batch-Kommissionierung.
  • Beleglose Kommissionierung: Oberbegriff für Verfahren ohne Papierliste.

Prüfen wir, wie deine Kommissionierung läuft

Allcox arbeitet nach eigener Angabe seit 2002 in der operativen Logistik. Im Werkvertrag übernehmen wir auf deiner Fläche abgegrenzte Bereiche wie Kommissionierung oder Pick und Pack, mit eigener Teamleitung und eigener operativer Steuerung, auf deinen Systemen.

Wie sich deine Kommissionierung mit dem vorhandenen Verfahren als eigener Bereich betreiben lässt, klären wir am Ablauf vor Ort.

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Oder direkt: info@allcox.com · +49 40 253 06 225

Häufige Fragen zu Pick-by-Voice

Was ist Pick-by-Voice?

Ein Kommissionierverfahren, bei dem Beschäftigte Anweisungen per Sprache über ein Headset bekommen und per Sprache bestätigen, etwa durch Vorlesen einer Prüfziffer am Lagerplatz. Hände und Augen bleiben frei für die Ware.

Wofür ist die Prüfziffer bei Pick-by-Voice da?

Sie bestätigt, dass die Person am richtigen Platz steht. Ohne Prüfziffer würde nur bestätigt, dass irgendwo gegriffen wurde.

Wann lohnt sich Pick-by-Voice gegenüber Pick-by-Scan?

Bei schwerer oder sperriger Ware, in Kühl- und Tiefkühlbereichen mit Handschuhen und bei vielen Positionen je Auftrag. Liegen mehrere Artikel auf einem Platz oder müssen Seriennummern erfasst werden, ist ein Scan meist zusätzlich nötig.

Muss der Betriebsrat bei Pick-by-Voice zustimmen?

Wenn es einen Betriebsrat gibt, ja in der Regel: Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bestimmt er bei technischen Einrichtungen mit, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen, soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht.

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